Kurzantwort: Eine Scheibenbezeichnung wie D91 C100 B liest sich so: D91 = Diamantkörnung (~91 µm), C100 = Konzentration 100, B = Kunstharzbindung. Ergänzen Sie Form und Maße — z. B. 1A1 150×10×31,75×5 D91 C100 B — für eine vollständige, bestellfähige Spezifikation.
Weiterführende Lektüre: Auswahl der Diamant-Korngröße · Diamantkonzentration richtig wählen · Leitfaden für Diamantschleifscheiben-Formen (1A1, 11V9, 6A2, 12V9).
Die Bestandteile einer Diamantscheiben-Spezifikation
| Element | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Schleifmittel | Diamant (D) oder CBN (B) | D |
| Körnung | FEPA-D-Größe in Mikrometern | D91 |
| Konzentration | Diamantgehalt (100 = 4,4 ct/cm3) | C100 |
| Bindung | Bindungsbuchstabe | B = Kunstharz |
| Form | Profilcode | 1A1 / 11V9 / 6A2 |
| Maße | D × T × H × W | 150×10×31,75×5 |
Die Reihenfolge der Elemente ist herstellerabhängig; geben Sie alle an, um Missverständnisse zu vermeiden.
Bindungs- und Kornbuchstaben
Die Bindung wird oft durch einen Buchstaben oder Kurzcode angegeben. Übliche Konvention: B für Kunstharz (manche Hersteller verwenden R), M oder BZ für Metall (Bronze), V für keramisch und E/Ni für galvanisch. Kornbuchstabe D = Diamant, B = CBN; konventionelle Schleifmittel verwenden FEPA F. Bestätigen Sie immer den spezifischen Code Ihres Lieferanten, denn manche verwenden eigene Buchstaben.
| Code (üblich) | Bindung | Hinweis |
|---|---|---|
| B | Kunstharz | Phenolharz; kühler Schnitt, feine Oberfläche |
| M / BZ | Metall (Bronze) | Gesintert; lange Standzeit, Formhaltigkeit |
| V | Keramisch | Keramik; kühl, freischneidend |
| E / Ni | Galvanisch | Einschicht; nicht abrichtbar |
| D | Diamantkörnung | Nichteisenmetalle, harte spröde Werkstoffe |
| B | CBN-Körnung | Eisenhaltige Werkstoffe (Stahl, Gusseisen) |
Die Konventionen unterscheiden sich zwischen Herstellern – bestätigen Sie immer den Bindungsbuchstaben, den Sie angeben.
Durchgerechnete Beispiele
- 1A1 150×10×31,75×5 D91 C100 B — gerade Flachscheibe, 150 mm Außendurchmesser, 10 mm Dicke, 31,75 mm Bohrung, 5 mm Rand; Diamant D91, Konzentration 100, Kunstharzbindung.
- 11V9 100×10×31,75×3 D126 C125 R — Kegeltopf für das Spannutenschleifen, gröberes D126 bei 125% für hohen Abtrag.
- 6A2 150×20×31,75×10 D64 C75 M — gerader Topf, feines D64 bei 75%, Metallbindung für Standzeit und Form.
- 1A1R 100×0,5×20 D181 E — dünne galvanisch gebundene Trennscheibe.
Bei der Bestellung
Nennen Sie neben dem Code auch Anwendung und Werkstoff. Eine auf dem Papier korrekte Spezifikation kann für Ihre Maschine, Ihr Kühlmittel und Ihr Oberflächenziel dennoch falsch sein.
Untertabelle 2 — nach Schleifverfahren
| Verfahren | Typische Bindung | Körnung (FEPA D) | Konzentration | Gängige Formen | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Werkzeug- & Fräserschleifen (Spannut, Spanraum) | Kunstharz / Metall | D91–D181 | 100–150% | 11V9, 12V9, 1A1 | Kühles Schleifen schont die Hartmetallschneiden |
| Flächen- / Planschleifen | Kunstharz / keramisch | D64–D151 | 75–125% | 1A1, 6A2 | Kompromiss aus Oberfläche und Abtrag |
| Außenrund, zylindrisch | Metall / keramisch | D91–D181 | 100–150% | 1A1, 1F1 | Gleichmäßige Kühlmittelbenetzung |
| Innen / Innendurchmesser | Kunstharz / Metall | D46–D126 | 75–125% | Topf, Schleifstifte | Kleine Scheiben, hohe Drehzahl |
| Form / Profil / Tiefschleifen | Metall / keramisch | D64–D151 | 100–150% | 6A2, 11V9, 12V9 | Formhaltigkeit ist entscheidend |
| Spitzenlos | Metall / Kunstharz | D91–D181 | 100–150% | 1A1, 6A2 | Hohe Stückzahl, enge Rundheit |
| Rückschleifen / Wafer-Dünnen | Galvanisch / Kunstharz | D126–D400+ | 100–200% | Topf, 1A1 | Ultrafeines Finish, geringe Schädigung |
| Glaskante / Fase / CNC | Metall / Kunstharz | D64–D126 | 75–125% | 1A1, 1F1, 12A2 | Kantenausbrüche vermeiden |
| Trennen / Schlitz / Nut | Galvanisch / Metall | D181–D400 | — | 1A1R, Säge | Dünne Scheiben, steife Aufspannung |
| Abrichten & Ausrichten (anderer Scheiben) | — | D46–D181 | — | Stift, Rolle, Block | Diamantwerkzeuge, keine Diamantschleifscheiben |
Einen Code aus einer Zeichnung aufbauen — Schritt für Schritt
- Mit der Form beginnen. Profil aus der Zeichnung ablesen und den Normcode wählen (1A1, 11V9, 12V9, 6A2, 14A1…). Passt das Profil zu keinem Standard, sagen Sie das ausdrücklich.
- Maße in fester Reihenfolge ergänzen. Außendurchmesser × Dicke × Bohrung, dann Randbreite oder Winkel, wo die Form es verlangt.
- Schleifmittel benennen. Diamant oder CBN und die Körnung in FEPA D. Nennen Sie die Skala, denn FEPA D und FEPA F sind nicht austauschbar.
- Konzentration ergänzen. Der Prozentwert, gebunden an das Bindungssystem.
- Bindung ergänzen. Kunstharz, Metall, keramisch oder galvanisch, mit Füllstoff oder Härtegrad, falls der Lieferant einen verwendet.
- Maschinengrenze ergänzen. Maximale Betriebsdrehzahl und das Kühlmittel, das die Scheibe sehen wird.
Schreiben Sie den Code jedes Mal in dieser Reihenfolge. Ein fehlendes Detail kann ein Lieferant durch Rückfrage klären; einen mehrdeutigen Code, der an zwei Stellen anders gelesen wird, nicht. Zeichnungsnummer und Revisionsstand beseitigen den größten Teil der restlichen Unsicherheit.
Wo Spezifikationscodes schiefgehen
| Problem | Was passiert ist | So vermeiden Sie es |
|---|---|---|
| Kornskala verwechselt | D91 angegeben, als wäre es F91 | Immer FEPA D oder FEPA F neben die Zahl schreiben |
| Formcode passt nicht zum Profil | Nächstliegender Normcode für eine Sonderform verwendet | Bei nicht genormtem Profil eine Schnittzeichnung senden |
| Bohrungstoleranz fehlt | Scheibe sitzt lose oder lässt sich nicht aufsetzen | Bohrung und Toleranz sowie Flanschdurchmesser angeben |
| Konzentration ohne Bindung angegeben | Derselbe Prozentwert verhält sich in einer anderen Bindung anders | Konzentration und Bindung immer als Paar angeben |
| Drehzahlgrenze fehlt | Scheibe für eine langsamere Maschine bestellt | Maximale Spindeldrehzahl in der Anfrage angeben |
Eine Spezifikation ist erst vollständig, wenn ein Lieferant die Scheibe ohne Rückfrage fertigen könnte.
Was gehört in eine RFQ?
- Form: Normcode plus Zeichnungsnummer und Revisionsstand.
- Maße: Außendurchmesser × Dicke × Bohrung, dazu Randbreite, Winkel oder Radius.
- Schleifmittel: Diamant oder CBN, Körnung und Skala.
- Konzentration und Bindung: gemeinsam angeben.
- Drehzahl und Kühlmittel: maximale Betriebsdrehzahl und nass oder trocken.
- Anwendung: Werkstoff, Bearbeitung und Oberflächenziel, damit der Lieferant den Code plausibilisieren kann.
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Der Code ist eine Zusammenfassung, nicht die Spezifikation
Ein Code identifiziert die Familie und die Hauptparameter. Die Toleranzen stehen in der Zeichnung und im Anfragetext, und danach wird die Scheibe tatsächlich gefertigt.
Anwendungsgrenze — wann kein Diamant verwendet werden darf
Diamant ist das härteste Schleifmittel und die richtige Wahl für harte, spröde, nicht eisenhaltige Werkstoffe wie Hartmetall, Keramik, Glas, Silizium, Saphir, Ferrit, Graphit und Verbundwerkstoffe. Er darf nicht für eisenhaltige Metalle — Stahl, Gusseisen und deren Legierungen — verwendet werden, weil der Kohlenstoff im Diamanten bei Schleiftemperaturen (etwa über 700 °C / 1300 °F) mit Eisen reagiert. Diese chemische Affinität verursacht schnellen, abnormalen Diamantverschleiß (Graphitisierung) und zerstört die Schleifscheibe. Für Stahl, gehärteten Stahl, Gusseisen und andere eisenhaltige Werkstücke stattdessen CBN (kubisches Bornitrid) verwenden.
: +86 15874211461



